Polnische Musikgeschichte
Kurzbeschreibung des Moduls
Polens Musikkultur basiert nicht nur auf der eigenen (überwiegend westslawischen) Volksmusik, sondern bekräftigt ihren Platz innerhalb der europäischen Musikgeschichte auch durch zahlreiche Bezüge zur westeuropäischen Kunstmusik. Ihre Entwicklung steht dabei nicht selten im Zusammenhang mit geschichtlichen Ereignissen, so dass das Modul neben Inhalten für den Musikunterricht auch Anlass für gesellschaftliche und geschichtliche Betrachtungen bietet. Neben kulturellen Verbindungen zu Italien (Renaissance, Barock) oder Frankreich (Romantik: F. Chopin; Moderne: K. Szymanowski) sind auch zahlreiche Anknüpfungspunkte im deutsch-polnischen Kontext vorhanden, die mit Blick auf den Rückgriff auf polnische Volkstänze etwa bei J. S. Bach oder G. P. Telemann oder die Wirkung der „Wiener Klassik“ (W. A. Mozart, J. Haydn) auf polnische Komponisten in der Zeit vor Frédéric (poln. Fryderyk) Chopin auszumachen sind.
Das Modul vermittelt einen Überblick über die Entwicklung der polnischen Kunstmusik und ihre wichtigsten Stationen unter Berücksichtigung wichtiger Komponisten. Es enthält eine Einführung zu den musikalischen Entwicklungen in der Zeit vor Chopin (vom Mittelalter bis zur Klassik) und vertieft zugleich das Verständnis für die polnische Musikentwicklung ab Chopin (von der Romantik bis zur Postmoderne). Anhand von Noten- und Hörbeispielen sowie ausgewählten Zitaten bieten die Arbeitsblätter dabei eine eingehende Auseinandersetzung mit den drei bekanntesten polnischen Volkstänzen Krakowiak, Mazurka und Polonaise, der Bedeutung Chopins für Polens kulturelles Empfinden sowie dem Einfluss Krzysztof Pendereckis und seiner „Lukas-Passion“ auf die Musikentwicklung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Konzeption des Gesamtmoduls, Text und Arbeitsblätter: Sebastian Borchers (Berlin 2015)