Landeskunde Posen: "Poznań - Stadt mit polnischer und deutscher Tradition"
Kurzbeschreibung des Moduls
In der Stadt Posen/Poznań {poznanj} und Umgebung entstand der polnische Staat. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich die Stadt zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Polens. Ihre Einwohner machten aber auch Erfahrungen mit langen Zeiten der Fremdherrschaft. Im Zuge der Zweiten Teilung Polen-Litauens gelangte Posen 1793 unter preußische Herrschaft. Die polnische Bevölkerung entwickelte verschiedene Methoden, um ihre Identität zu wahren – von der „organischen Arbeit“ bis zum bewaffneten Kampf, der 1919 zur Befreiung führte. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1939 begann eine radikale Germanisierung in Posen und der Region: Polen und Juden wurden aus dem sog. „Warthegau“ ausgesiedelt, zur Zwangsarbeit deportiert oder ermordet, um Platz für Deutsche zu machen. Als Fremdherrschaft empfanden nach dem Zweiten Weltkrieg viele Polen auch die Zugehörigkeit ihres Landes zum Einflussbereich der Sowjetunion. Die Unzufriedenheit mit den Lebensbedingungen im kommunistischen Posen führte im Jahr 1956 zu Massendemonstrationen und bewaffneten Kämpfen, die brutal niedergeschlagen wurden. Heute ist Posen eine moderne Metropole mit polnischen und deutschen Traditionen, ein wichtiges Handelszentrum und zugleich Universitäts- und Festivalstadt.
Das folgende Modul soll den SchülerInnen einen Einblick in besonders wichtige Etappen der Geschichte der Stadt vermitteln. Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Stadt bei der Entstehung des polnischen Staates und auf den polnisch-preußischen bzw. polnisch-deutschen Beziehungen. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche Methoden in Zeiten der Fremdherrschaft zur Erhaltung der Identität entwickelt wurden. Ein weiteres Thema ist das Leben der Juden in Posen.
Der polnische Stadtname „Poznań” und der deutsche Stadtname „Posen“ werden im Modul synonym gebraucht.
Konzeption des Gesamtmoduls, Text und Arbeitsblätter: Heidi Beryt (Poznań 2016)